Praktische Einblicke in verschiedene Berufsfelder im Fach Sportkunde
Zusätzlich zu theoretischen Inhalten in den Bereichen Trainingswissenschaft, Bewegungswissenschaft, Anatomie und Physiologie etc. hat das Wahlpflichtfach Sportkunde den Anspruch, Schüler*innen praktische Einblicke in verschieden Berufsfelder im Bereich des Sports und der Gesundheit zu geben sowie auch Schüler*innen zur eigenständigen Organisation von Sport (Erstellen von Trainingsplänen, Bewegungsprogrammen, Unterrichtseinheiten sowie Durchführen und Auswertung von motorischen Tests) zu befähigen. Neben den "Gesundheitstagen im Landeskrankenhaus Feldkirch", an denen die Wahlpflichtfachgruppe der 8. Klasse teilnimmt, bekamen die Schüler*innen in diesem Semester bereits bei einer Exkursion zu einem Leistungsdiagnostikzentrum in Feldkirch sowie einem Besuch eines Fußballtrainerausbildners wertvolle Einblicke in das Tätigkeitsfeld verschiedener Personen im Sportbereich. Die beiden nachfolgenden Berichte von Lorenz Postai und Clemens Vobrül (8a) zeigen das eindrucksvoll.
Exkursion zur Leistungsdiagnostik Günther Ernst
Am Nachmittag des 5. November hatte unsere Sportkundegruppe der 8ab die Gelegenheit, bei einer Leistungsanalyse dabei zu sein und wertvolle Einblicke zu gewinnen. Der Proband: Ich selbst!
Der Test begann zunächst simpel: Ich wurde gewogen und vermessen, und anschließend wurde mir Laktat aus dem Ohr entnommen. Der Belastungstest startete bei 6 km/h auf dem Laufband und dauerte jeweils 3 Minuten pro Stufe. Nach jeder Stufe wurde die Geschwindigkeit um 2 km/h erhöht. Ich schaffte es bis zur Stufe mit 18 km/h, woraufhin Günther Ernst den Test beendete.
Nach jeder Belastungsstufe – also alle 3 Minuten – wurde erneut Laktat entnommen. Zur Messung des VO2-Max-Wertes trug ich eine Atemmaske und zur Bestimmung der Herzfrequenz wurde ein Brustgurt verwendet.
Die anschließende Besprechung der Analyseergebnisse gab mir interessante Einblicke in meine kardiologische Fitness. Günther Ernst gab mir außerdem wertvolle Ratschläge für ein effizientes Ausdauertraining. Zum Abschluss führten wir als Gruppe bei einem gemütlichen Beisammensein in der Jahnhalle eine Nachbesprechung der Veranstaltung durch. Alles in allem ein mehr als gelungener Nachmittag.
Differentielles Training im Fußball – in Theorie und Praxis
In der 8. Klasse wird im Wahlpflichtfach Sportkunde der Kinder- und Jugendsport thematisiert. Dazu passend war in diesem Jahr an zwei Nachmittagen Oliver Mattle zu Gast. Oliver Mattle ist ein ehemaliger Profi-Fußballer, der unter anderem in der österreichischen Bundesliga spielte. Er ist nun Leiter der Kinderfußballabteilung des Vorarlberger Fußballverbands und auch Stützpunkttrainer einer Auswahlmannschaft des Verbands. Aus diesem Grund konnte er uns als Experte in diesem Thema in einer theoretischen und einer praktischen Einheit perfekte Einblicke geben, auf was es beim Training mit Kindern und Jugendlichen (speziell im Fußball) ankommt.
Zentrales Thema von Herr Mattles Trainingseinheiten ist das sogenannte Differentielle Training. Dabei handelt es sich um eine moderne Form des Bewegunglernens, bei der – im Gegensatz zum klassischen Ansatz von Training – Wiederholungen vermieden werden. Das bedeutet, dass gewisse Bewegungen in immer wieder neuen und verschiedenen Formen trainiert werden. Der Ansatz dabei ist, dass – obwohl es vielleicht so scheinen mag – man nie eine Bewegung zweimal genau gleich (speziell bei Freiluftsportarten) ausführen kann, vor allem aufgrund des Einwirkens äußerer Einflüsse (beispielsweise Gegenspieler, Wetterbedingungen etc.). Aus diesem Grund soll durch differentielles Training ein möglichst großes Bewegungsspektrum trainiert werden, was es dann den Sportler*innen ermöglicht, gewisse Bewegungen und Techniken trotz unterschiedlicher Wettkampfbedingungen immer wieder abzurufen.
Genau diesen Ansatz konnten wird dann in der Praxis beobachten, als Herr Mattle eine Trainingseinheit in einer Turnstunde einer Unterstufenklasse durchführte. Obwohl es ein Fußballtraining war, ließ Herr Mattle die Schüler mit allen möglichen Arten von Bällen spielen, variierte bei Spielformen die Größe des Spielfelds, baute andere Sportarten wie Handball oder Basketball in die Spielformen ein und sorgte mit zahlreichen weiteren Möglichkeiten dafür, dass die Schüler ihre Technik beispielsweise für das Passspiel im Fußball möglichst differentiell verbesserten und das Training nie monoton und wiederholend wurde.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Unterrichtseinheiten mit Herrn Mattle eine sehr interessante und gute Möglichkeit waren, von einem Experten mehr über einen sehr modernen Ansatz des Kinder- und Jugendtrainings zu lernen und wir sind ihm sehr dankbar, dass er sich dafür die Zeit genommen hat.

