Exkursionen im WPG Sportkunde
Neben der Teilnahme am Sportsymposium des Olympiazentrum Dornbirns zum Thema "Gehirnerschütterung" besuchten die Sportkundler*innen auch die Phyiotherapiepraxis "Montfort" in Feldkirch.
Sportsymposium "Brain Crash"
Beim Sportsymposium ging es vor allem um Gehirnerschütterungen und andere Kopfverletzungen im Sport und Alltag. Dabei wurde erklärt, dass das Gehirn oft mehrere Wochen braucht, um vollständig zu heilen. Selbst wenn Betroffene keine Symptome mehr spüren, kann die Gehirnfunktion noch eingeschränkt sein. Wiederholte Schläge auf den Kopf können langfristig schwere Schäden verursachen, weshalb jede Kopfverletzung ernst genommen werden muss.
Ein wichtiger Punkt war das frühe Erkennen und Melden von Symptomen. Viele Sportler geben Beschwerden nicht an, zum Beispiel weil sie ihr Team nicht im Stich lassen wollen oder das Spiel beenden möchten. Dadurch steigt jedoch das Risiko für weitere Verletzungen. Regeln wie "Hit, Stop, Sit" sollen helfen: Nach einem Schlag sofort aufhören, pausieren und untersuchen lassen.
Zur Diagnose können Tests wie SCAT (Sport Concussion Assessment Tool - für Jugendliche und Erwachsene) oder SCOAT (Sport Concussion Office Assessment Tool - für Kinder) eingesetzt werden. In der Behandlung sind ausreichend Schlaf, Ruhe in den ersten 24–48 Stunden und nur leichte, symptomangepasste Bewegung besonders wichtig. Auch das Trinken und eine gesunde Ernährung unterstützen die Heilung.
Die Rückkehr zu Schule und Sport sollte immer schrittweise erfolgen und individuell angepasst werden. Insgesamt wurde betont, dass Brain Health ein gemeinsames Thema für Sportler, Trainer, Schule und Medizin ist und mehr Aufklärung notwendig ist.
Physiotherapeut Montfort
Bei unserem Besuch erklärte uns ein Physiotherapeut, was sein Beruf alles umfasst und wo er arbeiten kann. Grundsätzlich hilft Physiotherapie Menschen nach Verletzungen, Operationen oder Krankheiten wieder beweglich und fit zu werden. Dabei geht es immer darum, die Behandlung an die einzelne Person anzupassen, da jeder Patient andere Ziele und Voraussetzungen hat.
Als Beispiel stellte er einen Eishockeyspieler der Pioneers Vorarlberg vor, der sich das Kreuzband gerissen hatte. Schon kurz nach der Operation begann er mit langsamem Aufbautraining. Zuerst übte er das sichere Stehen auf beiden Beinen, danach Gewichtsverlagerungen und schließlich das Stehen auf dem verletzten Bein. Dabei wurde deutlich, wie schnell Muskeln nach einer Verletzung abbauen. Der Physiotherapeut erklärte außerdem, dass Muskeln schneller wieder aufgebaut werden können, wenn sie früher schon trainiert waren.
Weiters erfuhren wir, dass Physiotherapeuten in vielen Bereichen arbeiten können, zum Beispiel im Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen, im Sport oder in eigenen Praxen. Wichtig ist immer, gemeinsam mit dem Patienten ein Ziel festzulegen, etwa wieder Treppen steigen zu können oder nach einer Verletzung in den Sport zurückzukehren. Insgesamt wurde klar, dass Physiotherapie ein vielseitiger Beruf ist, bei dem individuelles Arbeiten mit Menschen im Mittelpunkt steht.
(Mark Heinrich)

