Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit den 6. Klassen
Der Besuch an diesem geschichtsträchtigen Ort hilft, die Verbrechen der NS-Zeit etwas besser zu begreifen. So erschütternd das KZ Mauthausen auch ist, so wichtig ist es, nicht zu vergessen.
Auf dem Weg zur Wienwoche machten alle 6. Klassen einen wichtigen Halt, und zwar in dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen. Als die Schüler:innen bei der heutigen Gedenkstätte ankamen, wurden sie von den einschüchternden Mauern, welche auf einem Hügel weit sichtbar für das Umland emporragen, empfangen. Zu diesem düsteren Eindruck passte auch das nassgraue, ungemütliche Wetter.
In drei Gruppen unterteilt wurden die Schüler:innen über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers geführt. Die Guides gestalteten den Rundgang mithilfe von anschaulichen Erzählungen, Archivfotos und Fragen sehr interaktiv und fesselnd. Es wurden Orte wie der Steinbruch und die Todesstiege gezeigt, an denen die Häftlinge zu Tode geschunden und ermordet wurden. Verstörend war dabei, dass diese Orte fürchterlicher Verbrechen im direkten Sichtfeld von idyllischen Bauernhöfen und deren Bewohner:innen lagen. Die später oft vorgebrachte Behauptung der Zivilbevölkerung, dass man von nichts gewusst habe, wird dadurch besonders deutlich widerlegt. Im weiteren Verlauf konnten die Schüler:innen unter anderem die Baracken sehen, in denen die Gefangenen zusammengepfercht und unter schrecklichen Bedingungen hausen mussten. Besonders beklemmend war die Besichtigung der Gaskammer und des Krematoriums. In den dortigen Kellergeschossen sind viele der mindestens 90 000 ermordeten Menschen, welche aus über 70 Nationen stammten, aufgelistet; dennoch sind diese tragischen Zahlen kaum greifbar.
Im Rahmen der Führung erfuhren wir auch vieles über die Täterseite. So war es unter anderem überraschend, dass die SS-Leute, welche das KZ bewachten, eine eigene Fußballmannschaft hatten und regelmäßig Fußballspiele in Sichtweite des Elends und des Mordes mit anderen Teams, darunter beispielsweise der LASK, abhielten. Zu den Matches kamen zahlreiche Menschen aus dem Umland, welche die Teams in unmittelbarer Nähe zu diesem Ort des industriell organisierten Massenmords anfeuerten.
Die Schüler:innen waren bei der Führung sehr engagiert und aktiv dabei und stellten viele Fragen. Das große Interesse zeigt deutlich, wie wichtig ein solcher Besuch auch an einem so erschütternden Ort ist. Gerade in der heutigen Zeit, in welcher Antisemitismus, Gewalt und Verfolgung von "Anderen" wieder zunehmen, ist es besonders wichtig sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen und sich zu erinnern. Die Schüler:innen der 6. Klassen und das Lehrerteam danken dem Elternverein herzlich, welcher diesen wichtigen Besuch tatkräftig unterstützt hat, indem er sowohl die Kosten der Busfahrt als auch der Führung übernommen hat.
(Mag. Michael Hosp)

